Stellungnahme zum Gesetzesentwurf des Kärntner Bienenwirtschaftsgesetze

March 15, 2019

Wir, der Vorstand des Österreichischen Buckfastverbandes (Mitglied der Gemeinschaft der Europäischen Buckfastimker = GdeB), geben zu Bedenken, dass der gegenständliche Entwurf so weder rechtlich noch faktisch umsetzbar ist. Auch ist er nicht finanzierbar und würde zu dauernden Streitigkeiten, Anzeigen und Gerichtsverfahren führen.

 

Interessant wird eine Kostenfolgenabschätzung des Gesetzesentwurfes durch das Land Kärnten. Beim vorliegenden Entwurf und dem Umstand, dass man Buckfast und Carnica so gut wie nicht unterscheiden kann, geschweige denn deren Verkreuzungen, muss man, sollte der Entwurf so Gesetz werden, jedem dazu raten, aus Eigenschutz, auf Standbegattung zu verzichten, um bei jeder Kontrolle zumindest Reinzuchtkarten vorweisen zu können.

 

Im bestehenden Gesetz bestünde die Möglichkeit die Haltung von Nicht-Carnica außerhalb von Carnica Reinzuchtgebieten zu genehmigen. Aufgrund der Paarungsbiologie der Bienen im freien Flug und dem Umstand, dass sich Bienen nicht an Landes- und Staatsgrenzen halten, sieht das Gesetz zum Schutz der Carnica, neben geschützten Carnica Belegstellen, die Möglichkeit der Einrichtung von Carnica Schutzgebieten, in dafür topographisch geeigneten Gebieten, vor. Das ist nie geschehen und wurde vor Gericht auch nie thematisiert. Auch wurde nie berücksichtigt, dass Kärnten seit mind. 20 Jahren kein flächendeckendes Reinzuchtgebiet mehr ist, wenn es das überhaupt einmal war.

 

Die Bestandserhebung der Bienenpopulation in Kärnten von Frau Thurner zeigte in Bezug auf die Rassenzugehörigkeit, dass vor allem die Regionen Hermagor, Arnoldstein, das Lavanttal, die Bezirke Feldkirchen, sowie St. Veit an der Glan und das Klagenfurter Becken faktisch keine Carnicareinzuchtgebiete sind (Thurner, 2010, S. 57). Dass es kein richtiges Zurück mehr gibt, zeigt die Studie von Moritz 1990 in Bezug auf die Landbienenpopulation in Bayern nach mehr als 40 Jahren Verdrängungszucht durch Carnicazüchter. Die Studie zeigte, dass trotz Morphometrischer Kontrolle bei der Zucht auf den Belegstellen, die in Bayern gehaltene „Carnica“ Einkreuzungen der Dunklen Biene aufweist. Die Morphometrie inklusive Messung des Cubitalindexes hat sich als nicht zuverlässig genug herausgestellt (Moritz, 1991). Zu ähnlichen Ergebnissen kamen Reinsch et. al. bei der Landbiene in Niedersachsen (Reinsch, Schuster, Bienefeld, & Pirchner, 1991).

 

Es stellt sich somit die Frage was eine Apis mellifera carnica eigentlich ist und in einem zweiten Schritt wie man diese Carnica von anderen Bienen wie der Buckfast eigentlich unterscheiden kann. Uns sind keine Morphometrischen wissenschaftlichen Studien bekannt, die einen Nachweis erbracht hätten, dass man eine Buckfast und eine Carnica überhaupt unterscheiden kann. Ein Gesetz, welches aber nicht umsetzbar ist, verstößt gegen das Bestimmtheitsgebot in Art 18 Abs 1 B-VG.

 

Lesen Sie die ganze Stellungsnahme!

https://docs.wixstatic.com/ugd/402950_99a843785ce045048796b3b5a2f32d9d.pdf

 

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